Der Bau von Mikroskopen auf wissenschaftlicher Grundlage geht auf die von Ernst Abbe 1873 entwickelte Theorie der Bildentstehung zurück. Mit der Einführung apochromatischer Objektive und der Ölimmersion wurde bereits in diesem frühen Stadium die theoretische Auflösungsgrenze von 200 nm erreicht. In Bezug auf die Beleuchtung und vor allem den Kontrast kommt der hinteren Brennebene des Objektivs eine besondere Bedeutung zu. 1935 veröffentlichte der holländische Physiker Frits Zernike seine Arbeit über die Phasenkontrastmikroskopie. Sie beruhte auf der Erkenntnis des Unterschieds zwischen den von absorbierenden und nicht-absorbierenden Objekten erzeugten Beugungsbildern. Auf Grund der Bedeutung des Verfahrens für biologischen und medizinische Anwendungen erhielt Zernike 1953 den Nobelpreis in Physik.
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Frits Zernike
Nobel Preis in Phasen- kontrastmikroskopie - 1953 | Prototyp des Phasen- kontrastmikroskopes nach Siedentopf und Köhler, Jena 1936 | Kern einer Speicheldrüse der Larve einer Chironomide K.Michel, 1941, Jena |
Der erste Prototyp eines Phasenkontrastmikroskops wurde 1936 von Zeiss in Jena gebaut. Nachfolgend stellte Dr. Kurt Michel, Leiter der Abteilung Mikroskopie in Jena, 1941 mittels einer 35-mm-Kamera den ersten kinematographischen, mittels Phasenkontrast aufgenommenen Film über die Meiose bei der Spermatogenese von Heuschrecken (Psophus stridulus L.) her.
Film Meiose (ca. 15,5 MB)
Weiteres Beispiel (ca. 4,5 MB)
Literatur:
Abbe, E. (1873): Beiträge zur Theorie des Mikroskops und der mikroskopischen Wahrnehmung. Arch.Mikrosk. Anatomie, 9, 413
Köhler, A. u. W. Loos (1941): Das Phasenkontrastverfahren und seine Anwendungen in der Mikroskopie. Die Naturwissenschaften 29, Heft 4, S. 49-61
Michel, K.(1941): Die Darstellung von Chromosomen mittels des Phasenkontrastverfahrens. Die Naturwissenschaften 29, Heft 4, S.61-62
Michel, K. (1958): Die Reifeteilung (Meiose) bei der Spermatogenese der Schnarrheuschrecke (Psophus stridulus L.). Institut für den Wissenschaftlichen Film, Göttingen
Zernike, F. (1935): Das Phasenkontrastverfahren bei der mikroskopischen Beobachtung. Z. techn. Physik 16, S. 454-457 | zurück
Abstract für DGZ
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